Ordentlich unordentlich im Garten

Für einen artenreichen Garten muss man auch etwas Arbeit investieren.

Im Münchner Westend gibt es einen urbanen Garten, in dem einige Beete mit ca. 14 m2 und einige Hochbeete aus vier Paletten zwischen Kies, Sträuchern und Obstbäumen stehen. Drumherum sind Parks, Sportplatz, Radwege, Straßen, Wohnhäuser und Parkplätze. Im Winter schaut der Garten oft etwas traurig aus, doch spätestens ab Mai entsteht ein gepflegter Dschungel aus Blüh- und Nutzpflanzen – je nachdem, wer das jeweilige Beet bewirtschaftet. Manche Pflanzen haben sich auch verselbstständigt und suchen sich die Beete jährlich selbst aus. So finden Borretsch, Gemeiner Feinstrahl oder Löwenmäulchen immer wieder eine neue Besitzerin.

Stadtgärten sind eine Oase für etliche Arten. Nicht alle Arten sind so bekannt und beliebt wie der Igel, die Amselfamilie und die Honigbienen, die bei uns leben. Ameisen, Wespen und andere Insekten sowie Schnecken und Vögel finden hier ebenfalls ihre Nischen. Die urbanen Kaninchen sind allerdings nicht mehr willkommen.

Unsere eigenen Ziele sind etwas vage; zwischen hübschen Blüten sollen auch essbare Kräuter, Beeren und Gemüse wachsen. Stauden und anderes Schnittgut sammeln wir auf einem Haufen. Die meisten unserer Pflanzen liefern nicht nur uns selbst eine wohlschmeckende Ernte sondern auch ihre Blüten sind für Insekten sehr attraktiv.

Nicht unterschätzen sollte man in einem großen Garten auch den positiven Einfluss offener Flächen. Kies, sandige Beete, Totholzhaufen, Laubhaufen, feuchte Ecken mit Moos und Schalen mit Gießwasser. Durstige Tiere, Nest-bauende Insekten und Feuchtigkeit-liebende Pflanzen sind auf diese Vielfalt angewiesen. Dennoch kann man auch mit wenig Platz (z.B. Balkon) einen solchen Garten gestalten: https://wildermeter.de/.

Wer mehr Platz hat, kann zum Beispiel mit einer Kräuterspirale, Hochbeeten oder einem Gewächshaus vielfältige Möglichkeiten schaffen.

Die Pflanzen selbst, die Beerenernte oder die tierische Vielfalt im Garten profitieren durchaus von einem ordentlichen Schnitt, Entfernen toter Pflanzenteile und Laub, der passenden Stelle, der passenden Erde (im Topf/ am Boden) oder Rankhilfen. Außerdem ist es leichter durch trockenen, steinigen und sandigen Boden sowie Verstecken unter Tonscherben seine Schnecken fern der Pflanzen im Auge zu behalten oder abzusammeln statt sie an den Pflanzen selbst zu bekämpfen. Dazu sollte man sich schlau machen, welche Schnecken überhaupt an lebenden Pflanzen fressen.

Anfang Juli 2019 ist es ziemlich heiß und der Sommer so weit fortgeschritten, dass die Honigbienen nach der Lindenblüte bereits an den Gartenpflanzen sammeln und sich auf den Winter vorbereiten.

Eine Fundstück-Zwiebel blüht von unter dem Haufen mit Schnittgut.

Unser Beet liegt zwischen den Nachbarbeeten und dem Hof und verträgt auch den einen oder anderen Fußball- oder Basketball-Einschlag.

Ein Holzbrett wird dankbar angenommen.

Vermutlich spaziert hier eine Lederwanzen-Larve auf der sonnengebräunten (?) Gärtner_innenhaut.

Unsere Brombeere piekst, schmeckt aber süß.

Gemeiner Feinstrahl

Eine bei Insekten begehrte Distel… aber welche?

Ist das womöglich Cerceris rybyensis?

Hummel am weißen Lavendel

Biene am Löwenmäulchen

Ästige Graslilie

Majoran ist extrem beliebt

20190702_170502Anthophora furcata – die Waldpelzbiene (gelber Fleck zwischen den Augen) sammelt am Wald-Ziest

20190705_18224320190705T183814Im Schulgarten haben wir derweil neben dem Bienenstand eine Kräuterspirale angelegt. Danke für die tatkräftige Unterstützung und das Eis!

 

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